Lebensmittelkennzeichnung richtig verstehen
Heutzutage sind auf immer mehr Lebensmitteletiketten Nährwertangaben und Gesundheitsinformationen zu finden, die uns nützliches Wissen über die von uns gekauften Nahrungsmittel vermitteln. Dadurch können wir feststellen, welchen Beitrag verschiedene Lebensmittel zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden beisteuern- und eine entsprechend ausgewogene Ernährung wählen.
Seit Juli 2007 gilt einen neue Verordnung für die nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben auf Nahrungsmitteln in allen EU-Mitgliedsstaaten. (Verordnung Nr. 1924/2006)
Die neue Vorschrift gewährleistet, dass der Verbraucher klare und richtige Informationen auf Lebensmitteletiketten vorfindet, die eine angemessene Information über die gewählten Nahrungsmittel bereitstellt.
Ziel dieser Vorschrift ist die Harmonisierung der Gesetzgebung innerhalb der EU, indem Nahrungsmittelproduzenten und Herstellern klare und übereinstimmende Regeln vorgegeben werden, die ihn dazu verpflichten wahre Angaben über den Nährwert und gesundheitlichen Nutzen zu machen und nicht mit falschen und ungenauen Behauptungen zu werben.
Die Verordnung gilt für alle Angaben über Nährwert und gesundheitlichen Nutzen bei Nahrungsmitteln und Getränken.
Interessante Angaben für Diabetiker
• ZUCKERFREI: das Produkt enthält nicht mehr als 0,5 g Zucker pro 100 g bzw.100 ml.
• ZUCKERARM: das Produkt enthät weniger als 5 g Zucker pro 100 g, im Fall von festen Lebensmitteln oder weniger als 2,5 g Zucker pro 100 ml im Fall von flüssigen Lebensmitteln
• OHNE ZUCKERZUSATZ: dem Lebensmittel wurden keine Zucker (Mono- oder Disaccharide) oder irgendein anderes wegen seiner süßenden Wirkung verwendetes Lebensmittel zugesetzt. Wenn das Lebensmittel von Natur aus Zucker enthält, sollte das Etikett auch den folgenden Hinweis enthalten: „ENTHÄLT VON NATUR AUS ZUCKER“.
• ENERGIEARM: das Produkt enthält im Falle von festen Lebensmitteln nicht mehr als 40 kcal (170 kJ)/100 g oder im Falle von flüssigen Lebensmitteln nicht mehr als 20 kcal (80 kJ)/100 ml
• ENERGIEREDUZIERT: der Brennwert (Kalorienwert) des Produktes wurde um mindestens 30 % verringert
• FETTARM: das Produkt enthält weniger als 3 g Fett/100 g im Fall von festen Lebensmitteln oder weniger als 1,5 g Fett/100 ml im Fall von flüssigen Lebensmitteln
Wie steht es mit der Angabe “für Diabetiker”?
Die neue Verordnung sieht keine genaue Vorschrift für diese Angabe vor, jedoch haben IDF und andere Ausschüsse offiziell Stellung bei der Europäischen Kommission genommen. So lautet die Stellungnahme der Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und ihrem Ausschuss Ernährung : Spezielle diätetische Lebensmittel für Diabetiker sind nach derzeitigem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht mehr notwendig. Werbende Empfehlungen wie „für Diabetiker geeignet“ oder gar Warnhinweise wie „für Diabetiker nicht geeignet“ auf Lebensmitteln sind nicht mehr angemessen und sollten deshalb ersatzlos gestrichen werden.
Zucker hat viele Namen
Zugesetzte Zucker oder natürliche Süssungsmittel müssen in der Zutatenliste erwähnt werden. All diese Zuckerarten haben einen Kalorienwert von 4 Kcal/g und beeinflussen den Blutzucker: Saccharose, Fructose, Glucose-/ Fruktosesirup, Dextrose, Invertzucker, Weizen-/Maissirup, Rohrzucker, Honig, Apfel-/Birnen-Dicksaft, Ahornsirup, Agavensaft, Melasse, Karamel, Isoglucose , High-Fructose corn syrup (HFCS), …
Träger- und Füllstoffe
Im Gegensatz zu Zucker, sind Träger- und Füllstoffe spezielle Zutaten die in der Lebensmittelherstellung eingesetzt werden. Sie haben einen niedrigen oder keinen Kalorienwert (<4 Kcal/g), beeinflussen den Blutzucker nicht und haben einen geringen oder keinen Süssungseffekt: z.B. Polydextrose, Dextrine und Maltodextrine, sowie Inulin und Oligofruktose, welche beide ebenfalls eine probiotische Wirkung, d.h. eine positive Wirkung auf die Darmflora haben
Praktische Beispiele
Süsse Getränke: beeinflussen den Blutzucker immer stark, ausser „light“ Limonaden. Aufgepasst: Fruchtsäfte „ohne Zucker“ sind durch ihren natürlichen Zuckergehalt immer noch zuckerreich
Schokolade: Vermeiden Sie alle Diabetikerschokoladen mit Fruktose. Einige Schokoladensorten mit Maltit + Inulin und manchmal Aspartam (Cereal Glucocontrol, Nutradia, Canderel…) enthalten auch weniger Fett und sind somit auch kalorienärmer.
Generell sollte man kakaoreiche Schokolade mit weniger Zucker wählen, aber immer nur kleine Portionen ! (max. 20 g)
Marmelade
Vermeiden Sie Diabetikermarmelade mit Fruktose. Wählen Sie die obstreichsten und kalorienärmsten und somit auch zuckerärmsten (<35% Kohlenhydrate/100g)
Kekse
Je kohlenhydratreicher ein Keks ist, desto fettarmer ist er !
Wählen Sie zuckerarme Kekse (Zucker <50% der gesamten Kohlenhydratmenge), mit wenig Fett (<20 g/100g) und reich an Ballaststoffen (mehr als 5g/100g)
Joghurts und Milchdesserts
Aufgepasst : « Mager » oder 0% Fett heisst nicht immer ohne Zucker!
Wählen Sie Obstjoghurte oder Milchdesserts mit weniger als 10 g Kohlenhydrate/100 g und weniger als 55 Kcal/100 g, sie sind dann automatisch mager und ohne Zuckerzusatz.
Sylvie Paquet
Diététicienne
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