Alkohol und Diabetes: Vor- und Nachteile

Es gibt Studien, die zeigen, dass mäßiger Alkoholkonsum (beispielsweise ein Glas Wein) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann; andererseits wird in der Diabetesberatung häufig vor Alkoholkonsum gewarnt, weil damit die Blutzucker¬einstellung erschwert und das Unterzuckerungsrisiko erhöht seien. Interessant zu erwähnen ist eine israelische Studie von Shai et al., die bestätigt dass ein mäßiger Alkoholkonsum vor dem Schlafengehen die Nüchtern-Blutzuckerwerte senkt.

Abbau vom Alkohol im Körper

Alkohol wird in der Leber über mehrere Schritte zu Essigsäure abgebaut; dabei wird etwa 1 g Äthylalkohol pro 10 kg Körpergewicht pro Stunde abgebaut.
Das alkoholabbauende Eiweiß wird in der weiblichen Leber in deutlich geringerer Menge produziert als beim Mann; deswegen kann die weibliche Leber viel weniger Alkohol pro Stunde abbauen.
Die risikoarme maximale Trinkmenge für alkoholische Getränke beträgt für gesunde Männer etwa 30 g/Tag, für Frauen 15 g/Tag. Das entspricht 3/4 l Bier oder 3/8 l Wein beim Mann und 1/2 l Bier oder 1/4 l Wein bei Frauen.

Errechnen der getrunkenen Alkoholmenge in g

Vol% des Getränkes x Getränkevolumen (ml)/100 x 0,8

z.B. 150 ml Wein zu 11% Alkohol: 11 x 150/100 x 0,8 = 13,2 g

Wichtige Tipps

  • Alkoholische Getränke sollten niemals eine Mahlzeit ersetzen; Alkohol sollte stets mit kohlenhydrathaltigem Essen kombiniert werden.
  • Bevorzugen Sie eher kohlenhydrathaltige Alkoholika wie Sekt, Wein oder Bier.
  • Für Kohlenhydrate in alkoholischen Getränken nie Insulin spritzen! Nach Alkoholgenuss sollte ein Zielblutzucker von über 180 mg/dl (10 mmol/l) angestrebt werden, ggf. sollte die Insulindosis zur Nacht reduziert werden.
  • Trinken Sie niemals so viel Alkohol, dass Sie die Selbstkontrolle verlieren: Sie sollten jederzeit Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren können.
  • Wenn Sie Alkohol trinken oder getrunken haben, kontrollieren Sie Ihren Blutzucker sogar häufiger, und denken Sie daran: Alkohol wirkt nach! Das heißt: Die blutzuckersenkende Wirkung erfolgt oft erst mehrere Stunden später, besonders wenn nicht gegessen wurde.
  • Verzichten Sie immer auf Alkohol, wenn Sie Auto fahren (Gefahr der Unterzuckerung, Unfall).
  • Essen Sie vor dem Schlafengehen evtl. zusätzliche Kohlenhydrate, die den Blutzucker über Nacht langsam erhöhen, und reduzieren Sie gleichzeitig evtl. das Basalinsulin, z. B. Protaphan® (NPH), Lantus®, Levemir®.

Moderater Alkoholkonsum kann das Leben bereichern – man denke nur an einen guten Tropfen zu einem schönen Essen! Ein Diabetiker sollte jedoch noch mehr als ein Nichtdiabetiker die negativen Folgen großer Mengen Alkohols sowohl kurzfristig (Hypoglykämie) als auch langfristig (chronische Leberschäden; Nervenschäden, Impotenz) berücksichtigen. Wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, stellen kleine Mengen Alkohol bei sonst gesundem Körper kein zusätzliches Risiko dar – im Gegenteil, sie können sogar der Gesundheit förderlich sein. Übermäßiger, chronischer Konsum ist jedoch eher gefährlich und sollte daher vermieden werden. Dies gilt auch oder gerade für Jugendliche und Heranwachsende mit Diabetes.

zusammengefasst aus Diabetes-Journal 2/2009
 

Die Seite drucken | Die Seite senden
 

Neuigkeiten

Es gibt keine Neuigkeiten

Newsletter

Contact

Maison du Diabète

143, rue de Mühlenbach
L-2168 Luxembourg-Eich

Tel.: +352 48 53 61
Fax: +352 26 123 748


Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch, Freitag
9 - 16 Uhr
(außer Schulferien)