Die Wirksamkeit von Medikamenten bei älteren Menschen mit Diabetes
Diabetes ist deutlich häufiger bei alten Menschen als bei Erwachsenen. Sind im Alter zwischen 40 und 60 Jahren 4-10% von Diabetes betroffen liegt der Anteil bei über Sechzigjährigen bei 25%.
Der Verbrauch von Medikamenten steigt mit dem Alter. Die unerwünschten Wirkungen von Medikamenten sind doppelt so häufig bei älteren Personen! Ausserdem verschlimmern sich die unerwünschten Wirkungen mit Zunahme des Alters. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden umso mehr Nebenwirkungen treten auf und können zu Medikamentenvergiftungen führen bzw. sind manchmal sogar tödlich. Deshalb sollte die Verschreibung von Arzneimitteln auf die Medikamente beschränkt werden die wirklich notwendig sind.
Ausserdem hält sich die Mehrzahl der älteren Patienten nicht streng an die Verordnung des Arztes. Der Patient vergisst die Einnahme oder bricht diese ab nachdem er den Beipackzettel gelesen hat und Nebenwirkungen befürchtet. Deshalb sollte die Verschreibung dem älteren Patienten in einer verständlichen Form gut erklärt werden.
Hinzu kommt, dass viele ältere Patienten, besonders Diabetiker, Sehprobleme und auch Gedächtnisstörungen haben. Um falsche Medikamenteneinnahmen zu vermeiden sollte der Patient ein Schreiben mit den genauen Angaben zur Dosierung in grosser Schrift erhalten.
Hier einige Beispiele von häufigen Wechselwirkungen von Medikamenten bei älteren diabetischen Personen bei denen Vorsicht geboten ist:
- Orale Antidiabetika (Sulfonylharnstoffe wie Daonil®, Glurenorm® und Biguanide wie Glucophage®) verbunden mit Medikamenten gegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz (z.B. Zestril®, Renitec@, Coversyl®). Die gleichzeitige Gabe kann die blutzuckersenkende Wirkung verstärken, besonders während der ersten Wochen und bei Niereninsuffizienz. Als Konsequenz sollte der Blutzucker engmaschig kontrolliert werden.
- Orale Antidiabetika oder Insulin und Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmenr (Prävention von Infarkt und Embolie, Aspégic®). Die gemeinsame Gabe erhöht das Unterzuckerungsrisiko weshalb häufiger Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden müssen.
- Orale Antidiabetika und Behandlung mit Antiacida (Maalox®, Riopan®).
Die Antiacida beeinflussen die Aufnahme anderer Medikamente. Deshalb sollten Antiacida 2 Stunden zeitversetzt zu anderen Medikamenten eingenommen werden.
Hier einige Beispiele von Wechselwirkungen von Medikamenten, die häufig auch älteren Personen verschrieben werden, die nicht Diabetiker sind:
- Die Behandlung der Parkinson-Krankheit (Prolopa®) zusammen mit Neuroleptika, die gegen die Übelkeit verschrieben werden (Primperan®). In dieser Situation wirken die Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit weniger.
- Die Behandlung mit einigen Schmerzmedikamenten: (Voltarène®, Feldène®,...) in Verbindung mit einer Behandlung mit einem Diuretikum (Lasix®,…). Diese Verbindung vermindert die Wirksamkeit des Diuretikums.
- Erfolgt gleichzeitig eine Behandlung mit nicht steroidalen Entzündungshemmern und eine Behandlung gegen Bluthochdruck kann die Blutdruckbehandlung weniger wirkungsvoll sein.
- Die Behandlung mit Inhibitoren der Magensäuresekretion (Losec®, Nexiam®) in Verbindung mit Antikoagulantien (AVK Sintrom®) oder Digoxin (Behandlung von Herzinsuffizienz, Lanoxin®) oder verschiedenen Beruhigungsmitteln (Benzodiazepine, Valium®, Temesta®). Diese Verbindung bewirkt das die anderen Medikamente stärker wirken, das Digoxin kann die Herzfrequenz zu stark absenken und die Benzodiazepine können eine psychische Verlangsamung auslösen.
- Die Behandlung mit Antikoagulantien (AVK Sintrom®) zusammen mit bestimmten Antibiotika (Ciproxine®) kann die antikoagulatorische Wirkung verstärken und damit das Blutungsrisiko erhöhen.
Schlussfolgerung :
Bei einem älteren Menschen, besonders wenn dieser Diabetiker ist, sollte jede Verschreibung gut überlegt sein um vorab die Vorteile und Risiken gegeneinander abzuwägen. Der Patient sollte über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt werden. Im Fall das diese eventuell Auswirkungen auf den Blutzucker haben könnten müssen zusätzliche Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden. Keine Medikamenteneinnahme sollte ohne ärztliche Verschreibung erfolgen.
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