Diabetes bei Kindern - Situation in Luxemburg
In Luxemburg ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen die an Diabetes Typ 1 erkranken seit 1987 leicht steigend.
Typ 1 Diabetes mellitus ist eine autoimmune Krankheit, in der die Betazellen der Bauchspeichel-drüse, welche das Hormon Insulin produzieren, progressiv zerstört werden. Die Ursachen dieser Zerstörung sind noch nicht bekannt und präventive Maßnahmen sind leider nicht möglich...
Auch Typ 2 Diabetes ist in Luxemburg bei Jugendlichen häufiger geworden. Auch wenn es bis jetzt wenige Fälle gibt, ist die Tendenz steigend. In diesem Fall spielen Prävention und Maßnahmen zur Reduzierung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen eine sehr wichtige Rolle: eine gesunde ausgeglichene Ernährung, viel Bewegung oder Sport sind hier von größter Bedeutung!
Diabetesbehandlung bei Kindern
Ziel der Behandlung ist eine optimale Einstellung der Blutzuckerwerte, um sowohl die körperliche, wie auch die geistige Entwicklung des Kindes zu garantieren.
Doch Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, und man kann Diabetes bei einem Kind nicht einfach so betrachten und behandeln wie bei Erwachsenen.
Der kindliche Alltag ist sehr verschieden und oft verläuft der Tagesablauf nicht einmal so wie es vorgesehen war!
Mahlzeiten, Tagesaktivitäten, Krankheiten sowie die Insulinsensibilität spielen eine wichtige Rolle in der Blutzuckereinstellung bei Kindern. Dabei darf man den Impakt von Wachstum, körperlicher und psychischer Entwicklung nicht unterschätzen. Die Diagnose „Diabetes“ ändert den Alltag der ganzen Familie. Ein Leben lang mit einer chronischen Krankheit leben zu müssen bedeutet ein großer Schock, die Krankheit ist immer da, Tag und Nacht, zu jedem Moment.
Deshalb ist eine intensive, multidisziplinäre Betreuung (Kinderdiabetologe, spezial ausgebildete Kinderkrankenschwester, Ernährungsberater und Psychologe) von größter Bedeutung. Der tägliche Umgang mit der Krankheit muss erlernt werden und nimmt Zeit.
Oft müssen Eltern von Kleinkindern zeitweise oder ganz mit der Arbeit aufhören, ein gesetzlicher „Elternurlaub“ während den ersten Monaten nach der Diagnose wäre hierbei eine große Unterstützung.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielseitig, von mehreren Injektionen mit Insulinen verschiedener Wirkungsdauern bis zur Pumpentherapie, wobei die Fortschritte in der Entwicklung des Injektionsmaterial (dünnere Nadeln, praktische Insulinpens, programmierbare Pumpen, mit oder ohne blutzuckermessende Katheter...) das Leben diabetischer Patienten um Vieles erleichtert hat.
Die Behandlung muss an das Kind und seine Familie angepasst sein um die bestmöglichen Resultate mit einer hohen Lebensqualität zu erreichen und wenn möglich, Langzeitblutzuckerwerte (HbA1c) von 7,5% nicht zu überschreiten, sowie schlimme Unterzuckerungen zu vermeiden.
Neben Schulungen und Informationen für alle Betreuer des Kindes, sind Kontakte mit anderen diabetischen Kindern (z.B durch nationale und internationale Begegnungen und Feriencamps) von grösster Bedeutung um die soziale Integration und das geistige Wohlbefinden zu fördern.
Dr Carine De Beaufort
zusammengefasst und übersetzt von Sylvie Paquet
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