Diabetes Typ 2: nicht nur ein „Zuckerproblem“

Der Diabetes wirkt sich im Laufe der Jahre auf viele Gewebe im Körper aus. Entsprechend unterschiedlich können bei schlechter Blutzuckereinstellung die Folgen sein. Sie reichen vom diabetischen Fußsyndrom über Erblindungen bis hin zu Nervenerkrankungen. Doch gefürchteter ist die „Verkalkung“ der Gefäße (Arteriosklerose), denn sie kann zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen und tödlich enden. Nach neuesten Studien ist davon auszugehen, dass Diabetes-Patienten ähnlich häufig an einer Herzerkrankung versterben wie Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben.

Da beim Diabetes unter anderem die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigt ist, können alle Organe des Körpers von der Entgleisung des Zuckerstoffwechsels betroffen sein. Besonders gefährdet sind die Augen, bis hin zur Erblindung, die Nierenfunktion bis zu chronischen Nierenschäden, das Nervensystem mit peripherer Neuropathie, die zum diabetischen Fußsyndrom führen kann, sowie das autonome Nervensystem, das Störungen des Kreislaufs und des Magen-Darm-Traktes zur Folge haben kann. Diese Veränderungen werden häufig unter dem Begriff der mikrovaskulären Komplikationen zusammengefasst, da sie vor allem die kleinen Blutgefässe angreifen.

AthéroscléroseLebensbedrohlich können für Menschen mit Typ 2-Diabetes jedoch die so genannten makrovaskulären Komplikationen sein, welche die Folge einer beschleunigten „Verkalkung“ und Verengung der größeren Gefäße (Arteriosklerose) darstellen. Ihretwegen haben Diabetes-Patienten ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen in den Gliedmaßen (periphere Verschlusskrankheiten, „Schaufensterkrankheit“). So ist bei Menschen mit Typ-2 Diabetes beispielsweise das Risiko für koronare Herzerkrankungen 2- bis 5fach erhöht. Und 75% der Patienten mit Typ-2 Diabetes versterben an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

Bei Diabetes steigt Risiko für Herzerkrankungen

Die Einschätzung des Diabetes als Risikofaktor oder Vorläufer einer Herzerkrankung hat sich in den letzten Jahren insbesondere durch eine große Studie aus Finnland stark verändert. In ihr konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Diabetes, aber ohne bisher abgelaufenen Herzinfarkt, ähnlich häufig an Herzinfarkt oder Schlaganfall erkranken oder versterben wie Patienten nach einem Herzinfarkt.

Herzerkrankungen schwer zu erkennen

Obwohl die koronare Herzerkrankung bei Patienten mit Typ 2-Diabetes die wichtigste lebensbedrohliche Erkrankung darstellt, ist deren klinische Diagnose häufig wegen der verminderten Schmerzempfindung der Patienten erschwert, denn oft verspüren sie als Folge ihrer Stoffwechselstörung den typischen Herzschmerz nicht (Angina pectoris).

Infarkt: Diagnostik erschwert

Auch die Diagnose des Herzinfarkts ist bei Patienten mit Diabetes aufgrund der verminderten Schmerzempfindung häufig deutlich erschwert, denn oft fehlt der charakteristische „Vernichtungsschmerz“. Die weniger spezifischen Infarkt-Beschwerden, wie Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, unklare Müdigkeit oder Schweißausbrüche, werden von Betroffenen, Angehörigen oder auch Ärzten häufig nicht mit der Möglichkeit eines Herzinfarktes in Zusammenhang gebracht.
zusammengestellt aus www.diabetes-world.net


Mit dem 10-Punkte-Programm der Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) der Deutschen Diabetes-Stiftung, können Sie auch selbst etwas für die Erhaltung Ihrer Herzgesundheit tun.

10-Punkte Programm für herzkranke Diabetiker

  • Umfassende Bestimmung des individuellen Gefäßrisikos (Raucherstatus, Bewegungsstatus, Ernährungsstatus, Familienvorgeschichte)
  • Untersuchung der gefährdeten Organe und Arterien mit einfachen Untersuchungsverfahren (z.B. Pulsstatus, Dopplerindex, Duplexsonographie, etc.)
  • Körpergewichtsbestimmung mit Festlegung des Zielgewichts & individueller Ernährungsempfehlung (wenig gesättigtes/gehärtetes Fett, Ballaststoff- und Gemüsereiche Kost)
  • Blutzuckereinstellung (HbA1c, Blutzucker nüchtern/2 St. nach dem Frühstück)
  • Blutdruck (< 130/80 mmHg, allgemein je niedriger desto besser)
  • Blutfettwerte (Cholesterin, LDL-schlecht, HDL-gut; Triglyceride)
  • Nierenfunktion (Creatinin im Blut, Eiweiß im Urin)
  • Regelmäßige, nicht-erschöpfende körperliche Bewegung
  • Hemmstoffe der Blutplättchen, prophylaktisch schon vor einem Erstinfarkt
  • Falls erforderlich, frühzeitig Medikamente mit gesichert herzschützender Wirkung einsetzen

 

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