Übergewicht :
Eine Frage der Portionen ?
In Sache Übergewicht bleiben noch viele Fragen offen und so manche Paradoxe ungeklärt. So essen z.B. Franzosen eher gerne gut und fettreich, Amerikaner dagegen sind grosse Konsumente von « Light »Produkten. Das Durchschnittsgewicht der Franzosen liegt jedoch mit einem BMI von 24,4 im Bereich des Normalen, die Amerikaner sind mit einem Durchschnitts-BMI von 26,6 eher als ein Volk mit Übergewicht bekannt.
Eine Erklärung für dieses Phänomen haben Wissenschaftler aus Paris und Philadelphia gesucht, indem sie die Grösse der Portionen in den 2 Städten verglichen haben (1).
Als erstes wurden Portionen in Schnellimbissen, Pizzerias, Konditoreien und Cafés untersucht : von 36 Mahlzeiten, waren die Portionen bei 26 signifikant kleiner in Paris, in Philadelphia waren die Portionen um durchschnittlich 25% schwerer.
Sogar in internationalen Fastfoodketten, wo Hamburger und Chicken Nuggets Standardgrössen haben, sind die Portionen von Pommes frites und Softdrinks wesentlich grösser in den States.
Auch bei Fertiggerichten im Supermarkt, sind die Individual-portionen bei 14 von 17 untersuchten Produkten in Amerika grösser (im Durchschnitt um 37%).

Um die Restaurants zu vergleichen, haben die Autoren der Studie 2 Restaurantführer verglichen : im amerikanischen Führer wurde dreimal öfter über die Grössen der Portionen berichtet, dabei wurde in 88% der Fälle auf « grosse » Portionen im amerikanischen Führer hingewiesen, gegen nur 52% im französischen. Auch sind sogenannte « all you can eat » Restaurants in Amerika wesentlich häufiger zu finden.
Auch in Kochbüchern konnten Untershiede festgestellt werden : so sind vergleichbare Rezepte von Fleischgerichten um 53% reicher im amerikanischen Kochbuch, Gemüsegerichte sind jedoch 25% ärmer an Gemüse.
Schlussendlich wurde die Zeit, die zum Essen in einem Mc Donald verbracht wird, verglichen : trotz grösseren Portionen, verbleiben die Amerikaner in Philadelphia im Durchschnitt nur 14,4 Minuten im Restaurant, in Paris dagegen 22,2 Minuten !

Eine weitere amerikanische Analyse (2), die zwischen 1977 und 1998 bei 60 000 Haushalten durchgeführt wurde, scheint die Theorie der Portionen zu bestätigen.
In dieser Periode hat der Kalorienwert der Snacks um durchschnittlich 93 kcal, den der Limonaden um 49 kcal, den der Hamburgers um 97 kcal und den der Portion Pommes frites um 68 kcal zugenommen. Auch nehmen Snacks einen immer höheren Wert in der gesamten Energiezufuhr, sie sind von 11,3 in 1977 auf 17,7 in 1998 gestiegen (60%)...
Als Schlussfolgerung kann man sagen, dass trotz kalorienreicher Nahrung, essen die Franzosen einfach weniger ! Small is beautiful !
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