Saft ist nicht gleich Saft !
Nicht alle Getränke auf Früchtebasis sind gleich. Hinter den internationalen Bezeichnungen Saft, Nektar und Saftgetränk verstecken sich Getränke, die sich neben einem unterschiedlichen Fruchtgehalt auch durch weitere Faktoren unterscheiden:
1. Fruchtsaft = 100 % Fruchtgehalt
- Ohne Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder andere chemische Zusätze
- Frisch oder pasteurisiert
- Erlaubt ist eine Zuckerzugabe von 1,5% (mit Angabe „gezuckert“ oder „mit Zuckerzusatz“)
- Hat den gleichen Ernährungswert wie die Frucht selbst
- Behält die Vitaminen auch nach Pasteurisierung (schneller Vorgang)
2. Fruchtnektar = eine Mischung aus Fruchtsaft oder Fruchtmark, der Rest wird mit Wasser und Zucker gestreckt
- Je nach Fruchtart enthalten sie mindestens 25-50 % Fruchtgehalt
- Ohne Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder andere chemische Zusätze
- Erlaubt ist eine Zuckerzugabe von 20 %
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. Fruchtgetränke = eine Mischung aus Fruchtsaft (konzentrat) oder Fruchtmark (konzentrat).
Der Rest besteht aus Wasser, Zucker (unbegrenzte Mengen), Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe.
- Je nach Fruchtart enthalten sie nur 6-30 % Fruchtanteil
- In Getränken signalisiert die Farbe die zu erwartende Geschmacksrichtung, zudem dienen Farbstoffe dazu den Farbton immer gleich erscheinen zu lassen. Konservierungsstoffe hemmen das Wachstum von Mikroorganismen wie Schimmelpilze oder Fäulniserreger. Sie machen damit die Lebensmittel länger haltbar.
Vom Kalorienwert her, enthalten Fruchtgetränke, Nektar oder Fruchtsäfte alle ungefähr 10-12 g Kohlenhydrate (Zucker) und ungefähr 45-50 kcal für 100 ml. Damit sind sie vergleichbar mit Limonade, d.h. ungefähr 4-5 Stücke Zucker und +/-100 kcal pro Glas (200 ml). Wenn die Früchte bereits viel Zucker enthalten, sind auch die Säfte reich an Zucker. So enthält Traubensaft 15 bis 17 g Zucker pro 100 ml, dies entspricht 6-8 Würfel Zucker für 200 ml.
Vom Nährwert her, kann man jedoch einen Fruchtsaft nicht mit einer Limonade vergleichen. Ein Saft enthält natürlich mehr Vitamine als eine Limonade. Des Weiteren findet man im Saft den natürlichen Zucker (Fructose), während man in der Limonade hauptsächlich Saccharose (Haushaltszucker) findet. Diese Zuckerart hat keinen zusätzlichen Nährwert, sie dient nur zum Süßen.
Wird gelegentlich Saft getrunken, ist dies durchaus mit einer ausgewogenen Ernährung zu vereinbaren. Von den fünf Portionen Obst und Gemüse, die man täglich zu sich nehmen sollte, kann eine auch durch einen Saft ersetzt werden. Man sollte ihn aber eher als Zwischenmahlzeit betrachten und nicht als Durstlöscher. Wasser ist der einzig richtige Durstlöscher, je zuckerreicher ein Getränk ist, desto weniger löscht es den Durst.
Fruchtsaft kann man nicht in unbegrenzten Mengen trinken. Der enthaltene Fruchtzucker wird, genau wie der Industriezucker, in Fett ungewandelt, wenn die Zufuhr größer ist als der Verbrauch. Sogar wenn sie ohne Zuckerzusatz sind, enthalten sie immer noch den Zucker des Obstes.
Da ein Saft keine Ballaststoffe enthält, wird auch kein Sättigungsgefühl wahrgenommen auch wenn man ein großes Glas trinkt.
Ein Beispiel :
- 1 Portion Obst = 1 Orange = 50-80 ml Orangensaft (Fruchtgetränk, Cocktail oder Nektar ausgeschlossen) = ½ Glas
- 1 großes Glas Orangensaft (200 ml) = Saft von wenigstens 3 Orangen
Der Saft ist schnell getrunken und sättigt wenig, hingegen gibt es wohl wenige, die 3 Orangen auf einmal essen!
Zusammengefasst
Ein frischer Saft, ohne Zuckerzusatz, ist den anderen vorzuziehen. Er kann in Ma?en während den Mahlzeiten oder mit einer Zwischenmahlzeit zu sich genommen werden (max. 100 ml), dies um den Effekt auf den Blutzuckerwert zu verringen. Säfte mit einem Zuckeranteil von 10 bis 15 % in der täglichen Ernährung eines Diabetikers sind zu vermeiden, denn sie erhöhen den Blutzucker schnell. Es ist anzuraten den Saft mit stillem Wasser oder Sprudelwasser zu verdünnen.
Trotzdem können die Säfte hilfreich sein im Fall eines Unterzuckers. In kleinen Mengen (150 bis 200 ml) hilft der Saft den Blutzuckerwert wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Auch können Säfte während einer körperlichen Anstrengung oder einer lang anhaltenden Aktivität mittlerer Intensität nützlich sein.
Delphine Schumacher
Diététicienne
Stëftung Hëllef Doheem
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