Die Feiertage ohne Reue geniessen…
Weihnachten steht vor der Tür. Für ernährungsbewusste Menschen bedeutet der Monat Dezember immer eine Herausforderung. In der Adventszeit und natürlich an den Feiertagen zwischen Weihnachten und Neujahr sind wir vielen kulinarischen Verführungen ausgesetzt (Schokolade, Gebäck…). Die Festtage am Jahresende gehören zu den besonderen Momenten, in denen wir mit der Familie und mit Freunden zusammenkommen und gute Gerichte genießen: Gänseleber, Wild und sahnige Weihnachtskuchen… das ganze oft von gutem Wein begossen.
Die Massenmedien überfluten uns mit Artikeln, die in uns Schuldgefühle wecken. Zudem werden meistens Ratschläge für eine « light » Zubereitung gegeben. Zahlreiche Menschen sind davon überzeugt, dass man nur durch Verzicht eine Gewichtszunahme verhindern kann.
Doch wie sieht es die Realität aus ? Sind die Ratschläge von Verzicht wirklich realistisch? Ist das Essverhalten zu Weihnachten und Neujahr für unsere Gesundheit entscheidend? Sind die traditionellen Festtagsgerichte wirklich so schlecht für unsere Gesundheit...?
Wenn man sich das ganze Jahr über ausgewogen ernährt und gesund lebt, muss man sich um seine Figur und seine Gesundheit nicht sorgen, auch wenn man an Weihnachten etwas kräftiger zulangt. Allerdings sollte man auch in der Festzeit die Grenzen nicht überschreiten, denn ein übermäßiger Konsum von fett- und kalorienreichen Speisen, sowie wenig Bewegung können zu Unwohlsein, Völlegefühl und unnötigen Kilos führen.
Im Folgenden werden die Ernährungseigenschaften traditioneller Festtagsgerichte eingehender untersucht. Ein Großteil dieser Gerichte ist mit einer gesunden und ausgeglichenen Ernährung vereinbar.
Schalentiere (Languste, Garnelen, Hummer) und Austern
sind sehr fettarm, reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Trotz allem ist ihr Cholesteringehalt nicht zu vernachlässigen. Sie sind sehr empfehlenswert, wenn sie nicht zu fettreich zubereitet werden. (z.B. Öl, Mayonnaise)
Tipp
Eine Sauce auf Joghurt- oder Quarkbasis vorziehen, welche mit Gewürzen, frischen Kräuter und ein wenig Zitronensaft verfeinert werden kann.
Geräucherter Lachs
ist ein groβer Feststagsklassiker. Das Hauptproblem des geräucherten Lachses ist sein hoher Salzgehalt. Die Personen, die auf eine salzarme Ernährung achten, müssen sich demnach etwas zurückhalten. Mit 10 % Fettgehalt gehört der Lachs zu den fettreicheren Fischarten. Jedoch enthält er viele mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren), und er wirkt sich somit positiv auf die Herzkreislauferkrankungen aus. Er enthält auβerdem die Vitamine A und E.
Tipp
Bevorzugen Sie den Genuss des Lachses mit einem Stück Baguette oder einer Brotscheibe, anstelle von Briochebrot oder Blinis, die sehr reich an Butter sind.
Gänseleber („Foie gras“)
ist sehr umstritten, wird aber oft gern gegessen. Sie ist natürlich sehr fettreich (ungefähr 50 % Fett), und enthält vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren. Diese Fettsäuren haben einen positiven Einfluss auf die Herzkreislauferkrankungen. 100 g Gänseleber enthalten jedoch ungefähr dieselbe Cholesterinmenge wie ein Hühnerei und bringen 450 Kcal. Gänseleber ist also vom ernährungstechnischen Standpunkt akzeptabel, sie bleibt aber eine Kalorienbombe.
Tipp
Bevorzugen Sie ebenfalls die Gänseleber mit einem Stück Baguette oder einer Brotscheibe zu essen, anstelle von Briochebrot oder Blinis, die sehr reich an Butter sind.
Das Geflügel :
Gibt es etwas Klassicheres als eine Weihnachtspute? Pute ist ein mageres Geflügel, welches einen hohen Stellenwert in einer « leichten » Mahlzeit hat. Sie kann mit gekochten Kastanien sowie mit Püree serviert werden.
Tipp
Als Putenfüllung eignen sich besonders Kalbhackfleisch oder eine 50:50 Mischung aus Rinder- und Kalbhackfleisch oder eine Füllung mit Geflügel und Gemüse. Wurst als Füllmasse ist zu vermeiden.
Die Gans und der Kapaun (Kapphahn) sind fettes Fleisch. Diese sind auch oft gefüllt.
Wild
ist ein sehr mageres Fleisch (1 bis 4 % Fett). Es ist reich an Eiweiß und Eisen und ist sehr leicht verdaulich. Wenn Sie nicht mit der Soße übertreiben und wenn Sie das Fleisch mit Nudeln, Rotkohl mit Äpfeln und warum nicht auch mit einer gekochten Halbbirne und mit Heidelbeeren zubereiten, haben Sie eine ausgewogene und leichte Mahlzeit.
Tipp
Die Zubereitung des Fleisches (Soßen) und die Beilagen (Spätzle mit Butter, Kroketten, Pommes frites) können die Gerichte sehr kalorienreich machen.
Das traditionelle Fondue
wird im Ölbad zubereitet. Eine große Auswahl an Fleischarten ist möglich. Zum Fleisch werden meistens Soßen auf Basis von Mayonnaise gereicht (Tartar, Cocktail, Bearnaise, Andalouse…). Gemüse und stärkehaltige Nahrungsmittel (Nudeln, Kartoffeln, Reis...) kommen dabei oft zu kurz.
Tipp
Um den Kaloriengehalt zu reduzieren kann man alternativ zu einem Wein- oder einer Brühefondue übergehen und die Soßen auf Basis von Quark oder leichter Mayonnaise zubereiten. Das Fondue kann mit Naturkartoffeln und Gemüse (Salat …..) ergänzt werden.
Der Nachtisch (Weihnachtskuchen), der Alkohol (Schaumwein, Sekt, Wein) und die anderen zuckerhaltigen Spezialitäten (Schokolade, Marzipan, Lebkuchen)
gehören natürlich auch zu einem Weihnachtsessen. Diese Nahrungsmittel besitzen praktisch keinen Nährwert, sie sind sehr kalorienreich durch den hohen Gehalt an Zucker und Fett. Sie runden die Mahlzeiten ab und machen diese zu einem wahren Genuss. Zudem tragen sie zu Geselligkeit an diesen Festtagen bei.
Tipp
Alternativ können sie Sorbets, einen Obstsalat mit exotischen Früchten oder eine Obsttorte servieren. Viele Konditoren bieten Weihnachtskuchen mit Früchtemousse an. Diese sind kalorien- und fettärmer und lassen sich leichter verdauen als solche auf Basis von Schlagsahne
Tipp
Greifen sie zwischen dem Wein auch einmal zum Wasser (still oder mit Sprudel). Dies kann nicht schaden.
Der Tag nach einem reichhaltigen Essen
ist oft schwierig. Die üppigen Mahlzeiten sollen durch leichte Mahlzeiten kompensiert werden, um dem Organismus eine Pause zu lassen. Greifen Sie lieber zu Früchten und Gemüse (Salat, Suppe, im Dampf gegartes Gemüse, Obstsalat…), Trinken Sie viel Wasser über den ganzen Tag verteilt um die Giftstoffe zu beseitigen. Sie können auch zu Kräutertee (z.B. Löwenzahn, Seetang…) greifen, welcher dem Organismus hilft sich selbst zu reinigen. Ziehen Sie gegrilltes Fleisch den Gerichten mit Soße vor. Stärkehaltige Nahrungsmittel (Nudeln, Kartoffeln, Reis...) sollen zu jeder Mahlzeit gehören. Greifen sie zu mageren Milchprodukten und machen sie vor allem lange Spaziergänge an der frischen Luft. Frieren Sie Reste ein, anstatt sie zwischen den Feiertagen zu verzehren.
Menschen, die auf traditionelle Weise feiern wollen, können dies mit gutem Gewissen tun in so fern, dass sie den gesunden Menschverstand behalten. Ziehen Sie die Qualität der Quantität vor. Profitieren Sie von den Festtagen, um sich auszuruhen und einige Spaziergänge an der frischen Luft zu machen (das fördert die Verdauung). Und das Wichtigste, finden sie nach den Festtagen wieder zu Ihren gesunden und ausgewogenen Gewohnheiten zurück.
Wir wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Appetit.
Delphine Schumacher
Diététicienne
Stëftung Hëllef Doheem
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