Cholesterin und Diabetes
Herzkreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, arterielle Verschlusskrankheit der Beine sind beim Diabetiker häufig. Diese Komplikationen werden begünstigt durch das Alter, die Vererbung, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte des Blutes, Übergewicht, Tabakkonsum und Bewegungsmangel.
Einerseits muss das Herz, das als Pumpe arbeitet, bei verstopften Adern kräftiger pumpen um das Blut durch die Adern zu schleusen, anderseits besteht bei den Zellen unterhalb der Gefässverengung ein Defizit an Sauerstoff, Zucker und anderen Nährstoffen.
Der hohe Blutzucker bei schlecht eingestelltem Diabetes begünstigt die Entstehung von Blutgerinnsel, was vermehrt zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Gangräne der Füsse führen kann.
Beim Diabetiker ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zweifach höher, bei der Diabetikerin sogar dreifach höher, als bei der Normalbevölkerung. Rezidiven dieser Krankheiten sind beim zuckerkranken Menschen sogar 4-mal häufiger.
Präventiv wirken beim Diabetiker:
1. gute Blutzuckereinstellung
2. Blutdruck unter 130/85
3. sportliche Betätigung
4. nicht rauchen
5. Fettstoffwechselanalyse(Cholesterin, LDL-Cholesterin (schlechtes Cholesterin),HDL-Cholesterin (gutes Cholesterin), Triglyzeride, all diese Blutfette beeinflussen Ablagerungen in den Gefässen und den Aderverschluss
6. persönlich abgestimmte Ernährung
Da das Auftreten dieser Herzkreislaufprobleme sehr patientenabhängig ist, müssen sie individuell behandelt werden, etwa durch Blutdruckmedikamente oder Cholesterinsenker, und in manchen Fällen durch chirurgische Operation (durch „Putzen“ der Halsschlagader vor dem Schlaganfall).Auch ist es nie zu spät mit dem Rauchen aufzuhören und Übergewicht zu reduzieren.
Cholesterin spielt eine bedeutende Rolle bei allen Herzkreislaufkrankheiten und kann wirkungsvoll mit Medikamenten gesenkt werden. Heute werden diese Medikamente ausser zur Sekundär-Prävention (nach Infarkt), auch in der Primär-Prävention (vor eventuellen Herzkreislaufkrankheiten) mit gleichem Erfolg verordnet. Ebenso hat man sich gefragt, ob Risikopatienten (wie Diabetiker) mit Cholesterinwerten, die allein normalerweise keiner Senkung bedürfen würden, davon profitieren könnten.
Die Studie „CARDS“ hat die Wirkung von Statinen in der Primärprävention von Herzkreislaufkrankheiten bei Typ 2 Diabetikern untersucht. So wurde bei herzkreislaufgesunden Diabetikern mit je einem zusätzlichen Risikofaktor und einem durchschnittlichen LDL-Cholesterin von 117mg/dl,( eigentlich ein normaler Wert ), 10 mg Atorvastatine versus Plazebo getestet: Das Ergebnis waren 37% weniger Herzkreislaufprobleme, 48 % weniger Schlaganfälle, sowie eine reduzierte Sterblichkeit von 27%.
Die Richtlinien der Joint European Task Force lauten:
Typ 2 Diabetes muss als hohes Herzkreislaufrisiko angesehen werden. Also gelten strengere Zielwerte:
- LDL-Cholesterin< 100 mg/dl
- Gesamt-Cholesterin <175mg/dl
Der Leser sollte mit seinem Arztes besprechen, ob ein Risiko für ihn besteht und ob eine Cholesterinsenkende Behandlung in Frage kommt.
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