Was ist eine Unterzuckerung?

Man spricht von Unterzucker, wenn der Blutzuckerspiegel unter 60 mg/dl (3,3 mmol/L) sinkt.

Die Warnzeichen für eine Unterzuckerung sind zahlreich, die verschiedenen Symptome können individuell auftreten und können von einem Mal zum andern  unterschiedlich sein.

  • Zittern
  • Schwitzen
  • Blässe
  • Herzklopfen
  • Hunger
  • Kribbeln in den Beinen
  • Kribbeln auf den Lippen oder der Zunge
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Verwirrung
  • Verhaltensstörungen

Die Ursachen für eine Hypoglykämie :

  • Zu geringe Kohlenhydratzufuhr
  • Ungewohnte körperliche Betätigung
  • Unangepasste Behandlung (zu viele orale Antidiabetika, welche die Insulinproduktion anregen, zu viel Insulin)
  • Alkoholkonsum
  • Erbrechen (Magen-Darm-Grippe...)

Häufige Fragen über Unterzuckerungen


Wie gefährlich sind Unterzuckerungen und können sie zum Tode führen?

Ohne Zweifel können Unterzuckerungen gefährlich werden, wenn Sie unbemerkt eine Hypoglykämie während einer Tätigkeit bekommen, in der Sie sich selbst oder andere in Gefahr bringen können: etwa beim Autofahren, beim Bedienen von Maschinen, beim Schwimmen oder beim Klettern.
Der Körper verfügt über verschiedene Schutzmechanismen um einen Blutzuckerabfall zu stoppen und den Blutzucker wieder ansteigen zu lassen. Auch läßt die Wirkung des gespritzten Insulins, welches eine Hypoglykämie ausgelöst hat, zunehmend nach, so dass der Blutzucker normalerweise wieder von alleine steigt
Werden diese Schutzmechanismen des Körpers jedoch außer Kraft gesetzt, z.B. durch exzessiven Alkoholgenuß oder Drogenmißbrauch, kann eine Gefahr nicht ausgeschlossen werden, sowie auch   bei Epilepsie , Herz-Kreislauf-Erkrankung  oder schweren diabetesbedingten Augenschäden               
Die allermeisten Unterzuckerungen haben jedoch keine schwerwiegenden Folgen und es gibt somit keinen Grund, sich besonders zu ängstigen oder aus Furcht vor Unterzuckerungen seine bisherige Lebensführung drastisch umzustellen.

Beeinträchtigen zahlreiche Unterzuckerungen die Intelligenz?

Nein, darüber müssen Sie sich keine großen Sorgen machen. Zwar kann es während einer Unterzuckerung kurzfristig aufgrund des Zuckermangels des Gehirns zu deutlichen Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit kommen, die sich zum Beispiel in Konzentrationsstörungen, Koordinierungsschwierigkeiten und Störungen des Gedächtnis äußern können. Diese verschwinden aber sobald sich der Blutzucker wieder normalisiert hat. Hierdurch sind keine bleibenden Beeinträchtigungen zu erwarten.


Wie kann ich herausfinden ob ich nächtliche Unterzuckerungen habe?

Da während der Nacht bei Gesunden, wie auch bei Menschen mit Diabetes, der Blutzuckerspiegel in der Regel niedriger und die Insulinempfindlichkeit höher ist als tagsüber, ist die Unterzuckerungsgefahr zu diesem Zeitpunkt auch größer. Das Problem: während des Schlafes sind Unterzuckerungen nur sehr schwer selbst zu bemerken. Oft kann man nur aufgrund eines erhöhten Nüchternwertes, eines unruhigen Schlafes oder der verschwitzten Bettwäsche nachträglich vermuten, daß der Blutzucker in der Nacht tief war. Nächtliche Unterzuckerungen können jedoch sicher nur durch Blutzuckermessungen in der Nacht erkannt werden. Dabei helfen Systeme zur kontinuierlichen Blutzuckermessung die genauere Informationen über den nächtlichen Verlauf der Blutzuckerwerte geben. Solche Zuckermessungen  in der Nacht haben gezeigt, dass viele Diabetiker nächtliche Unterzuckerungen machen, die in der Regel nicht bemerkt werden.


Warum ändert sich die Stimmung während einer Unterzuckerung?

Während einer Unterzuckerung kommt es vorwiegend zu negativen Veränderungen der Stimmung: Gefühle der Niedergeschlagenheit, des Ärgers und der Antriebslosigkeit nehmen zu, während positive Empfindungen wie Glücksgefühle oder Euphorie abnehmen. Sehr wahrscheinlich beeinträchtigt der Zuckermangel die Gehirnregionen, die für das Gefühlsleben zuständig sind. Vielfach erleben die Betroffenen daher, daß sie keine oder nur noch wenig Kontrolle über ihre Gefühle haben. Daneben können die im Unterzucker ausgeschütteten Hormone zu emotionalen Veränderungen beitragen.


Warum lehne ich die wohlgemeinte Hilfe anderer während einer Unterzuckerung oft sehr schroff ab?

Auf das wohlmeinende Hilfsangebot anderer reagieren Patienten oft abweisend, manchmal sogar sehr aggressiv und verleugnen eher  den Unterzucker. Dies führt nicht selten zum Konflikt mit den Angehörigen oder Freunden. Der Grund für dieses schroffe Verhalten während einer Unterzuckerung ist vor allem der zunehmende Kontrollverlust der oft innerlich Angst auslöst, gegen die der Betroffene sich zu wehren versucht. Aufgrund des zunehmenden Zuckermangels im Gehirn ist dieses Verhalten jedoch dann nicht mehr zielgerichtet. Die beste Lösung  ist dann, nicht lange darüber zu diskutieren, ob eine Unterzucker vorliegt oder nicht, und in einer ruhigen, beharrlichen Art und Weise darauf zu bestehen, daß der andere etwas Süßes, z.B. Traubenzucker zu sich nimmt.


Was tun, wenn ich keine Hypoglykämie-Anzeichen mehr spüre?

Obwohl Hypoglykämie-Anzeichen manchmal sehr unangenehm sind, kündigen sie eine Unterzuckerung an und bieten so den besten Schutz vor unerwarteten Unterzuckerungen. Fehlen diese, so besteht jederzeit die Gefahr, daß ohne Vorwarnung eine Hypo auftritt. Eine wichtige Ursache dafür ist, daß aufgrund sehr häufiger tiefer Blutzuckerwerte die körpereigenen Warnsymptome sich nicht mehr oder nur sehr spät bemerkbar machen. Hier macht es Sinn, durch die konsequente Vermeidung tiefer Blutzuckerwerte (vor allem auch nachts!) die Schwelle, ab der die Warnsymptome ausgelöst werden, wieder anzuheben. Es kann auch sinnvoll sein, den Blutzucker regelmäßig zu messen oder sich von anderen helfen zu lassen, die häufig Unterzuckerungen eher erkennen als man selbst.

WICHTIG : Immer Zucker bei sich haben!

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Die Regel ist : 10 g Zucker und 10 Minuten », d.h. man muss wenigstens 10 g Zucker zu sich nehmen, die Symptome der Unterzuckerung verschwinden normalerweise nach 10 Minuten und wenn nicht, dann soll man nach diesen 10 Minuten nochmals 10 g Zucker zu sich nehmen.

Isst man mehr als 10 g Zucker, werden die Symptome nicht schneller verschwinden, wartet man aber länger als 10 Minuten, wenn die Symptome nicht nachlassen, um wieder Zucker zu sich zu nehmen, ist das ein schlimmer Fehler.

 

Unterzuckerung ! – Was kann ich essen ?

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Wichtig ist, wenn man bei einem Unterzucker seinen Blutzucker schnell wieder heben will, dass das Lebensmittel rasch seine Zuckerbestandteile frei gibt.. Ideal ist, wenn der Zucker sich direkt im Mund freisetzt, weil die Zuckerbausteine über die Schleimhäute am schnellsten aufgenommen werden. Deshalb kommen nur Süßigkeiten in Frage, die sich schnell auflösen oder einfach zu kauen sind : Bonbons, die man erst langsam lutschen muß, oder Schokoriegel, wo der Zucker im Fett « eingelagert » ist, sind ungeeignet.

Traubenzucker : die ideale Lösung.

Am häufigsten wird Traubenzucker bei einem  Unterzucker verwendet, er ist praktisch, löst sich schnell auf und es gibt ihn in vielen Formen und Geschmacksvarianten :

  • Dextro Energy Plättchen : 2 dieser Quadrate entsprechen 10 g Zucker. Durch ihre Einzelverpackung lassen sie sich gut in die Tasche stecken
  • Traubenzuckerbonbons : praktisch sind diese kleinen Bonbons, weil sie sich leicht in den Mund stecken. Einzeln verpackt, können sie gut in der Hosentasche transportiert werden. 5 Bonbons entsprechen 10 g Zucker.

Bei einer Unterzuckerung 5-6 dieser Bonbons auszupacken ist aber nicht unbedingt eine leichte Sache, besser geht es da mit Traubenzuckerrollen.

  • « Mini »Traubenzucker : gut zu kauen sind auch die Dextro Energy minis. Die kleinen Quadrate lösen sich sehr schnell im Mund auf, wenn man sie zerbeisst. Praktisch ist auch, dass sie nicht ausgepackt, sondern nur aus der Schachtel genommen werden müssen. 8 Miniplättchen enthalten 10 g Zucker
  • Flüssigtraubenzucker von Carrero: spezial für Diabetiker, in 15 Zentimeter langen schlauchförmigen Beuteln verpackt, einfach und praktisch zu transportieren. Ein Beutel enthält +/- 12 g Zucker (1 BE).